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Ausschnitt: Rede Kandidatur Landesvorstand

Da ich einige Gedanken aus meiner Kandidaturrede nicht umformuliert kriege, aber das gerne #ausGründen veröffentlichen wollte, hier nun ein Ausschnitt der Rede vom 28.04.2013 in Bottrop:

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Doch eigentlich ist es ja gar nicht so wichtig, was ich in der Vergangenheit schon alles gemacht habe. Viel wichtiger ist doch, was ich im Rahmen meiner Vorstandstätigkeit für den Landesverband NRW tun möchte. Und hier sehe ich letztendlich drei große „Baustellen“ an denen wir, besonders im Hinblick auf die anstehenden Bundestags- und Kommunalwahlen, dringend arbeiten müssen:

Organisatorische Strukturen:

Wir sollten uns anschauen, wie wir die derzeitigen Arbeitsprozesse optimieren können, an welchen Stellen eine Professionalisierung notwendig wird und diskutieren ob es evtl. Sinn macht Personal einzustellen, sei es für Verwaltung, Buchhaltung oder Pressearbeit. Wie wir derzeitige Arbeitsprozesse effizienter gestalten können und wie wir die Partizipation innerhalb der Partei weiterentwickeln und ausbauen können.

Und da rede ich nicht nur von der Möglichkeit diverser Online-Tools, sondern auch von der Frage, wie wir für die zunehmende Anzahl der sog. „Offline-Piraten“ mehr Möglichkeiten der Beteiligung schaffen und so letztendlich auch die Mitarbeit stärken können.

Andere Möglichkeiten der Partizipation, also der Teilhabe zu schaffen, bedeutet ja auch zu gleich an der Kommunikation zu arbeiten. Und

So komm ich auch schon zur 2. Baustelle:

Kommunikation und Motivation innerhalb der Partei:

Ich beobachte oft, wie Arbeiten doppelt erledigt werden, weil der eine gar nicht weiß, das der andere schon daran arbeitet oder Dinge in der Vergangenheit bereits erfolgreich erprobt, doch im Nachtrag nicht ausreichend festgehalten und kommuniziert wurden.

Aus meiner Sicht, sollten wir noch mehr dahin kommen, Wissen kompakt und verständlich zu bündeln und Entscheidungsprozesse zu dezentralisieren. Dazu gehört es auch, offen über gemachte Fehler diskutieren zu können.

Fehler zu machen ist nichts schlimmes, doch wir müssen alle wieder lernen vernünftig und mit kühlem Kopf mit diesen umzugehen. Wir dürfen nicht mehr durch das eigene Ego und die eigenen Befindlichkeiten übermannt werden und dann anfangen persönlich auf die Personen draufzubashen!

Wie heißt es noch so schön? Fehler sind da um gemacht zu werden! Denn nur so hat man die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln - und mit sich, meint es letztlich eine ganze Gesellschaft!

Was als Kind noch völlig normal und selbstverständlich erscheint, hört dann plötzlich im Erwachsenenalter auf. Und warum? Weil wir in einer Ellenbogengesellschaft groß geworden sind. Weil es völlig normal ist mit Biss und ein bisschen Arschloch sein sich hoch zu kämpfen und dabei auch noch Erfolg zu haben.

Schwäche zeigen oder gar eigene Fehler zur Sprache zu bringen und darüber zu diskutieren? Nein, Danke! Dann werde ich ja nie was! Ich muss doch mein Standing wahren!

Ist es nicht eigentlich genau das, was wir anders machen wollen?! Fragen stellen und damit auch Schwäche zeigen dürfen?! Nicht perfekt sein müssen?! Fehler machen und ansprechen können ohne gleich verurteilt zu werden?! Sich beteiligen können, ohne gleich für dumm erklärt zu werden?!

Mit Gänsehaut beobachte ich, dass es Mitglieder gibt - besonders die Stilleren unter uns - die sich teilweise gar nicht mehr trauen ihren Schnabel auf zumachen und vielleicht auch mal verrückte Ideen einzubringen, weil sie Angst haben, das Echo könnte vernichtend ausfallen.

Wenn wir so weiter machen, werden wir in vielen Dingen weiter auf der Stelle treten und nicht die gesellschaftliche Weiterentwicklung voranbringen, die wir unseren Wählern versprochen haben und uns demnach auch selbst weiter demotivieren und auf vielen Ebenen ausbremsen.

Die Piraten sind, und das sag ich mit Freude und Stolz, ein Querschnitt der Gesellschaft.

Lasst uns gemeinsam diese Chance ergreifen und daran arbeiten die Fähigkeiten und Stärken jedes Einzelnen herauszufinden und für ihn passende Beteiligungs- und Einsatzmöglichkeiten schaffen.

Schenken wir unserem Sitznachbarn einfach mal die Aufmerksamkeit zu berichten was er gerade so tut und warum er dies tut. Lasst uns die Leute die Mitarbeiten wollen wieder herzlich begrüßen und aufnehmen und sie nicht zu aller erst kritisch beäugen. Denn auch hier sehe ich eine Entwicklung des chronischen Misstrauens, die mich eigentlich an unsere eigene Argumentation z. B. gegen die Bestandsdatenauskunft erinnert: Niemanden unter Generalverdacht stellen! Was natürlich aber nicht heißen soll, dass kritische Situationen nicht weiter kritisch betrachtet, diskutiert und gelöst werden sollen.

Und so komm ich eigentlich auch schon zur 3. Baustelle: Unserer Außenwahrnehmung.

Und die ist ehrlich gesagt: Beschissen!

Und das liegt unter anderem an den eben genannten innerparteilichen Schwierigkeiten. Denn wie soll uns der Bürger in unseren Forderungen und der aus meiner Sicht sozial-liberalen Lebenseinstellung ernst nehmen, wenn wir das selbst nicht nach Außen transportiert bekommen, weil es in Teilen noch nicht verstanden und somit nicht gelebt werden kann?

Wir müssen die internen Schulungsangebot weiter ausbauen und jeden Piraten zum kleinen Pressesprecher machen, der es am Ende schafft Aufklärungsarbeit zu leisten und letztlich die Menschen von unseren Visionen und Vorstellungen zu überzeugen.

Und genau da möchte ich auch, als Beisitzerin im Landesvorstand, meinen Schwerpunkt legen –

Vor ca. 4 Wochen hatte ich für mich ein ganz persönliches Schlüsselerlebnis beim Medientraining in Soest. Unsere Medientrainerinnen und alle Teilnehmer haben es geschafft wieder etwas aus mir raus zu kitzeln, was lange Zeit im Verborgenen lag.

Ich habe mir nach Jahren der persönlichen Niederlagen, in unterschiedlichen Lebensbereichen, die stark an meinem Selbstwertgefühl kratzten, nicht mehr allzu viel zu getraut.

Doch die letzten Monate und zuletzt das Medientraining, haben es geschafft wieder mir selbst und meinen Fähigkeiten zu vertrauen.

Ich liebe es und sehe es als ein Teil meiner Lebensaufgabe an politische Bildung zu betreiben und die Menschen wieder für Politik zu begeistern.

Ich möchte ihnen verdeutlichen, dass Politik nicht nur in den Parlamenten gemacht wird, sondern auch eine gesellschaftspolitische Aufgabe ist die jeden Einzelnen von uns betrifft.

Sie sollen wieder den Mut, die Motivation und auch in Teilen das nötige Wissen erlangen können wieder für ihre Menschenrechte einzustehen und zu kämpfen!

Ich möchte ihnen sagen dürfen, dass es nicht sinnlos ist, sich mit Politik zu beschäftigen, weil „die da oben“ doch eh machen was sie wollen,

WEIL ES PIRATEN GIBT...

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