Willkommen in meiner verrückten Welt - Betreten auf eigene Gefahr
Um es kurz zu machen: Bereits im Sommer 2015 habe ich endgültig für mich beschlossen aus der Piratenpartei auszutreten und tat dies dann auch im Juli. Eine längere schwere Krankenphase führte dazu, dass ich es erst jetzt öffentlich mache. Die Gründe für meinen Austritt sind sehr vielfältig und ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber eigentlich war für mich schon auf dem Bundesparteitag in Halle klar, dass das was ich einst in der Piratenpartei gesehen habe, leider gänzlich verloren gegangen ist.
Dies soll jetzt aber kein Rant oder ein weiterer Abgesang auf die Piraten werden. Ich denke dazu wurde bereits alles zu genüge gesagt.
Ausserdem habe ich den Piraten auch einiges zu verdanken. Ich habe in den letzten Jahren viel über das politische Geschäft gelernt und habe Menschen kennenlernen und Erfahrungen sammeln dürfen, die ohne die Piratenpartei so nicht möglich gewesen wären. Ich war im Kreisvorstand Münster, im Landesvorstand NRW, war Landespressesprecherin, habe im Landtag NRW gearbeitet und arbeite noch bis Ende der Legislatur für die Fraktion in Marzahn-Hellersdorf. Ich durfte Vorträge zu Liquid Democracy/Partizipation und den gesellschaftspolitischen Auswirkungen von Massenüberwachungen halten, saß 2013 als Bundestagskandidatin auf diversen Podien und vertrat die Piratenpartei auch nach Außen. Danke dafür!
Es sind so viele kluge junge Menschen durch diese Bewegung politisiert worden. Menschen, die in weiten Teilen nun auch nicht mehr Mitglied sind, aber an vielen der gesellschaftlichen Ziele und Visionen, die für mich einst die Piratenpartei verkörperten, in unterschiedlichster Form weiterarbeiten. Und wir brauchen auch diese jungen klugen Köpfe, insbesondere in Zeiten wie diesen.
Ich freue mich über alle linksliberalen Kräfte, die sich durch die Erfahrungen in der Piratenpartei nicht unterkriegen lassen und sich zurück ziehen, sondern weitermachen! An dieser Stelle ein großes Danke an euch <3 Nicht aufgeben, weitermachen! Ob mit einer Partei, anderen Organisationen oder in Form von unterschiedlichen Projekten. Politik ist so viel mehr als Partei!
Und wie geht es nun für mich weiter? Ehrlich gesagt weis ich das noch nicht so genau. Es gab ja einen Grund warum damals für mich nur die Piratenpartei in Frage kam und die anderen Parteien nicht, trotz teils großer inhaltlicher Übereinstimmungen. Und die Gründe gegen die anderen in Frage kommenden Parteien sind ja nicht plötzlich weg. Dennoch sehe ich grad in den braunen Zeiten von Pegida, AfD und Co. eine Notwendigkeit und Verpflichtung sich politisch zu engagieren!
Was ich also definitiv weis ist, dass die politische Arbeit elementar wichtig für mich geworden ist und ich auch zukünftig meine Fähigkeiten dafür einsetzen möchte, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen ;)
Also, bis bald! Irgendwo!
Sasa